HARALD JUHNKE



 

Meine Musik! Das ist meistens Frank Sinatra. Das ist häufig Johannes Brahms. Sinatra und Brahms sind das Ticket, das ich für meine Seelenwanderung löse, und wo immer es mich hinbrachte, es hat meine Gefühle noch nie enttäuscht.

Brahms zur Entspannung, Sinatra zum Leben. Ich habe Sinatras Musik früh als meine Musik entdeckt. Er war für mich der größte Entertainer aller Zeiten. Schon als Kind wollte ich so sein wie er. Als ich 15 Jahre alt war, habe ich mein ganzes Taschengeld in Sinatra-Platten angelegt, und Freundinnen, die das nervte, hatten keine Chance. Mit seinen Songs hatte ich wunderbare Erlebnisse, ohne Frankie wäre ich nicht geworden, was ich bin. Von ihm habe ich alles geklaut - von der lässigen Schnoddrigkeit und dem Auftreten vor Publikum bis hin zur Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Sein Tod hat mich geschockt. Obwohl ich Frankieboy nie persönlich kennengelernt habe, war mir, als sei ein Stück von mir gestorben. Er ist mir immer unendlich nahe gewesen - wie ein großer Bruder. HIS WAY ist meine Art, den Schmerz über seinen Tod zu verarbeiten und diesen wahrhaft großen Künstler zu ehren. Mit HIS WAY will ich meinem Seelenbruder ein bißchen von dem zurückgeben, was ich ihm verdanke. You did it your way!

Harald Juhnke (aus: Meine sieben Leben - Rowohlt Verlag) im Juni 1998

Eigentlich war ja alles ganz anders geplant: Anläßlich seines 50. Bühnenjubiläums wollte der beliebte Mime und Sänger Harald Juhnke in diesem Jahr - parallel zu seiner erfolgreichen Biographie Meine sieben Leben - ein Album gleichen Namens mit seinen größten Erfolgen veröffentlichen. Doch manchmal wird die beste Planung angesichts der Realität zur Makulatur - in diesem Fall war es der Tod von Frank Sinatra, der die VÖ-Planung von Juhnkes Plattenfirma Koch International umwarf: Tief getroffen vom Hinscheiden seines Idols entschied Juhnke stattdessen mit HIS WAY ein Tribute für Ol´ blue eye zu produzieren.

 

Insgesamt zehn Hits seines großen Bruders sang Juhnke in neuen Versionen mit deutschen Texten ein, darunter Klassiker wie Mackie Messer von Bert Brecht und Kurt Weill, Bert Kaempferts Strangers In The Night und The Lady Is A Tramp, komponiert von Richard Rogers und mit dem deutschen Titel Ich glaub´ die Lady schaff´ ich nie. Natürlich darf auch das unvergleichliche My Way nicht fehlen, New York, New York findet sich als Berlin, Berlin auf dem Album wieder, und den Song Somethin´ Stupid gibt´s als Duett mit Peggy March - deutscher Titel: Was kann ich denn dafür. Schon beim Anhören des Albums wird klar, daß hier jemand mit ganzem Herzen dabei war: Wie keinem anderen gelingt es Juhnke, auf Sinatras Spuren zu wandeln, den Geist des größten Entertainers aller Zeiten (Juhnke) noch einmal aufleben zu lassen und Frankieboy ein würdiges Denkmal zu setzen. Juhnke, dem deutschen Sinatra, gelingt mit HIS WAY eine interpretatorische Glanzleitung, ein würdiges Denkmal für Sinatra und zugleich eine liebevolle Hommage an einen der wichtigsten Entertainer dieses Jahrhunderts!


 

"His way" - Das Interview mit HARALD JUHNKE

1 - 18: 18 Fragen an Harald Juhnke

19: "Guten Morgen Freunde"

20: "Schönen Tag noch"

Der Interview-Text kann kostenlos unter
Tel.: +49-89-85795-174 bzw. Fax: + 49-89-85795-209
(Frau Daniela Geiger) angefordert werden.


Interview mit Harald Juhnke

1. Herr Juhnke, was sind Ihre ersten Erinnerungen an Frank Sinatra?

2. Inwiefern hat Sinatra Ihr Leben verändert?

3. Sinatra und Sie sind ja sehr ähnlich, wenn man Vielseitigkeit und Status betrachtet. Wollen Sie immer so sein wie er, haben Sie Ihn kopiert oder war da so eine Art Seelenverwandtschaft?

4. Haben Sie Sinatra je kennengelernt oder haben Sie mal versucht, mit ihm in Kontrakt zu treten?

5. Sie hatten ja eigentlich ein Album zu ihrem persönlichen 50. Bühnenjubiläum geplant. Was hat Sie letztendlich dazu bewogen, von diesem geplanten Album Abstand zu nehmen und "His Way" aufzunehmen?

6. Was haben Sie im ersten Moment gedacht, als Sie vom Tod Sinatras gehört haben?

7. Sein Tod kam für Sie also nicht völlig unvorbereitet?

8. Wenn Sie einmal nach Amerika reisen, werden Sie dann sein Grab besuchen?

9. Man kann sich schwer vorstellen, wie das so ist, am Grab eines Menschen zu stehen, der Sie ja auch geprägt hat, oder?

10. Was haben Sie gefühlt, als Sie im Studio die Songs von Frankieboy eingesungen haben?

11. Eine tolle Sache war sicher auch das Duett "Was kann ich denn dafür", das Sie mit Peggy March eingesungen haben. Wie war die Zusammenarbeit?

12. Der deutsche Text von "Strangers In The Night" - "Straßen von Berlin" - stammt von Bert Kaempferts Tochter, Marion Kaempfert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

13. Manche Texte, zum Beispiel "My Way", scheinen ja wie bei Sinatra autobiographische Züge zu tragen. Ist das nur Interpretation oder entspricht das der Wahrheit?

14. Sie sind ja der einzige wirklich große Entertainer in Deutschland und geradezu prädestiniert, Sinatra ein musikalisches Denkmal zu setzen. Hatten Sie bei "His Way" trotzdem Zweifel?

15. 50 Jahre Bühnenjubiläum Harald Juhnke - wie sehen Sie sich selber: Als Schauspieler, als Sänger oder Entertainer?

16. Gibt es denn so Vorlieben, dass man sagt: "Ach, ehe ich jetzt so ein langes Drehbuch auswendig lernen muss, macht es mir doch eigentlich mehr Spaß, in einer großen Gala aufzutreten und den Entertainer zu machen?"

17. Was ist Ihr größter Wunsch für den "beruflichen" Harald Juhnke?

18. Und was wünscht sich Harald Juhnke für sein Privatleben?

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